Ausstellung

Ein Traum geht in Erfüllung: Das Drents Museum und die Kunsthalle Emden holen namhafte amerikanische Künstler nach Europa! Die grenzüberschreitende Doppelausstellung widmet sich dem Amerikanischen Realismus von 1945 bis zur Gegenwart. Anhand der Themen Figuren, Stadtleben, Landschaft, Genre und Stilleben bieten das Drents Museum und die Kunsthalle Emden einen faszinierenden Einblick in den 'American way of life'. Damit ist die Ausstellung mehr als nur ein kunsthistorischer Überblick. Die Werke, die aus großen amerikanischen Museen, Firmensammlungen und Privatsammlungen stammen, nehmen Sie mit auf eine Reise durch die Kultur und die Geschichte der USA in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Traum versus Wirklichkeit

Das Drents Museum in Assen legt bei dieser Doppelausstellung den Fokus auf die Zeit von 1945 bis 1965. Nach dem Zeiten Weltkrieg lag Europa in Trümmern. Amerika dagegen galt als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, und der American Dream war das große Ideal. Wer nur hart genug arbeite, könne alles erreichen: eine Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär, the sky is the limit! Eine vielversprechende Devise, doch in Wirklichkeit waren Erfolg und Reichtum längst nicht jedem beschieden.

Ein realistischer Blick auf den Alltag

In der Kunst entsteht der Modernismus: Vorherrschende Themen der häufig abstrakten Werke sind die Zukunft, Optimismus und die Freiheit, für die die amerikanischen Soldaten gekämpft haben. Diese Kunstrichtung findet großen Anklang, wenngleich sie theoretischer und intellektueller Art ist und dadurch den Bezug zum Alltag vermissen lässt. Gleichzeitig entwickelt sich jedoch eine neue Form des Realismus, der diese Beziehung herzustellen versucht. Der Amerikanische Realismus wirft einen nüchternen Blick auf den 'American way of life', und regt damit zum Nachdenken an.

Visuelle Vielfalt

Der Amerikanische Realismus ist eine Strömung mit ganz unterschiedlichen und überraschenden Ausprägungen. Während es Edward Hopper, dem großen Meister dieser Richtung, um Atmosphäre und die Darstellung seiner Umgebung geht, lässt Andrew Wyeth sich vom Landleben inspirieren. Künstler wie Andy Warhol experimentieren dagegen mit der scheinbar oberflächlichen Ästhetik von Massenmedien, Werbung und Konsumgesellschaft. Ab den 1960er-Jahren wird die Replik zu einem wichtigen Thema, und die Grenzen zwischen Kunst und Wirklichkeit verwischen sich.

Ausblick auf Emden

In Assen werden ungefähr 60 Gemälde und Skulpturen namhafter amerikanischer Künstler aus der Zeit von 1945 bis 1965 gezeigt. Darüber hinaus werden auch ausgewählte Werke aus der Periode präsentiert, der sich die Kunsthalle Emden widmet. Mit diesen Werken aus jüngerer Zeit, von der Pop Art bis zur Kunst der Gegenwart, bietet das Drents Museum einen Vorgeschmack auf die Ausstellung in Emden.

Künstlerliste Assen

John Ahearn, Milton Avery, Will Barnet, Thomas Hart Benton, Robert Birmelin, Charles Burchfield, Vija Celmins, Chuck Close, Richard Estes, Ralph Goings, Duane Hanson, Edward Hopper, Alex Katz, John Koch, Jacob Lawrence, Roy Lichtenstein, John W. McCoy, John Moore, Catharine Murphy, Alice Neel, Jud Nelson, Claes Oldenburg, Fairfield Porter, Stone Roberts, Norman Rockwell, James Rosenquist, Ed Ruscha, George Segal, Raphael Soyer, Wayne Thiebaud, Andy Warhol, Idelle Weber, Andrew Wyeth, Jamie Wyeth

Strömungen des Realismus

De Kunsthalle Emden setzt die Doppelausstellung dort fort, wo der erste Teil im Drents Museum endet, und präsentiert die Kunst aus der Zeit Zeit 1965-2017. Die “American Flags” von Jasper Johns hatten 1957 einen Bruch mit den gängigen Darstellungskonventionen markiert. Nun richten die Künstler der Pop Art wie beispielsweise Andy Warhol den Blick auf Objekte des alltäglichen Lebens, der Werbung und des Konsums. Der Fotorealismus entwickelt sich ab der Mitte der 1960er Jahre im Werk u.a. von Malcolm Morley und Chuck Close. Typisch ist ihre handwerkliche Perfektion, unter anderem bei Charles Bell, Ralph Goings, Robert Bechtle, Audrey Flack und Richard Estes. Als Gegenbewegung dazu orientieren sich die Maler des heute noch in den USA weit verbreiteten Klassischen Realismus ab den 1970er Jahren an der Kunst der Renaissance, des Barock oder des 19. Jahrhunderts.

Die duplizierte Realität

Ab den späten 1960er Jahren gewinnen Repliken an Bedeutung. Die Annäherung der Kunst an die Wirklichkeit nimmt nun die Gestalt einer duplizierten Realität an. Repliziert wird alles: von der Pinseldose über die Waschpulverbox bis hin zur menschlichen Figur. Diese oft faszinierend echt wirkenden Kunstobjekte, zum Beispiel von Andy Warhol oder Duane Hanson, verwischen die Grenze zwischen Kunst, Illusion und Wirklichkeit.

Die Kunst reflektiert das Leben

Vielen Künstlern des Realismus geht es nicht lediglich um eine naturnahe Darstellung, sondern auch um eine kritische Auseinandersetzung mit den Erscheinungen ihrer Zeit, mit gesellschaftlichen Phänomenen und historischen Ereignissen: der Kalte Krieg (1945-1990), die Bürgerrechtsbewegung, der Mord an Martin Luther King 1968 und jener an John F. Kennedy 1963, der Vietnamkrieg 1964-1975, die Mondlandung 1969, der Golfkrieg 1991/2003 oder der Anschlag vom 11. September 2001. Auch soziale Unruhen, das Entstehen der Subkultur in den Städten, Drogen, Aids und Probleme der Waffengesetze stehen im Fokus.

Prolog und Ausblick auf Assen

Die Kunsthalle zeigt etwa 140 Gemälde, Skulpturen und Fotoarbeiten von amerikanischen Künstlern aus der Zeit von 1965 bis heute. Darüberhinaus wird eine Auswahl von Werken aus der Zeitspanne des ersten Ausstellungsteils im Drents Museum präsentiert . Mit diesen älteren Werken unter anderem von Edward Hopper, Raphael Soyer, Andrew Wyeth und Larry Rivers, gibt die Kunsthalle Emden einen Vorgeschmack auf die Schau in Assen.

Künstlerliste Emden

Diane Arbus, Charles Atlas, Robert Bechtle, Charles Bell, Robert Birmelin, Tom Blackwell, Anthony Brunelli, Kathe Burkhart, Chuck Close, Davis Cone, Rackstraw Downes, Don Eddy, Nicole Eisenman, Richard Estes, Max Ferguson, Eric Fischl, Audrey Flack, Lee Friedlander, Robert Gniewek, Ralph Goings, Daniel Greene, Karl Haendel, Duane Hanson, Barkley Hendricks, Edward Hopper, Peter Hujar, Don Jacot, Yvonne Jacquette, Alex Katz, Ken Keeley, Kurt Knobelsdorf, John Koch, Robert Longo, Tony Matelli, Richard McLean, Edward Melcarth, Catherine Murphy, Alice Neel, Jud Nelson, Gordon Parks, Fairfield Porter, Richard Prince, Bill Rauhauser, Larry Rivers, Stone Roberts, Terry Rodgers, Aaron Romine, Martha Rosler, Judith Joy Ross, Ephraim Rubenstein, Megan Rye, Peter Saul, Dee Shapiro, Cindy Sherman, Stephen Shore, Lorna Simpson, John French Sloan, Moses Soyer, Raphael Soyer, Andy Warhol, Idelle Weber, Neil Welliver, Kehinde Wiley, Garry Winogrand, Andrew Wyeth, Jamie Wyeth